Der Umweltausschuss des Landtages führte Gespräche in Ottawa und Toronto. Gleiche Themen, gleiche Ziele. 

Der Umweltausschuss des Landtages hat in Kanada Gespräche über die Themenfelder Energie, Klimawandel und Wirtschaft geführt. Deutlich wurde, dass die Themen in Kanada dieselben wie in Deutschland und Niedersachsen sind und die beiden Länder mit der emissionsfreien Energieerzeugung die gleiche Zielsetzung haben. Auch Kanada hat den Kohleausstieg beschlossen, wobei der Anteil mit 10% deutlich geringer ist als in Deutschland mit ca. 30 Prozent. 

Das niedersächsische Huntorf in der Wesermarsch hat uns in Toronto erreicht. Bei der Fa. Hydroster wurden wir über innovative Lösungen zur Speicherung von Strom mittels Energieumwandlung informiert. Infolge der Abschaltung grundlastfähiger Kernkraft- und Kohlekraftwerke bedarf es der noch besseren Integration der volatilen Energiearten wie Sonne und Wind, die nicht ständig verfügbar sind. Sonnen- und Windstrom, der dann zur Verfügung steht, wenn er nicht genutzt werden kann, wird in Druckluftspeicher, die sich in unterirdischen Kavernen befinden, gespeichert und dann wieder zur Verfügung gestellt, sobald der Strombenötigt wird, aber weder die Sonne scheint noch der Wind weht.

Wasserstoffanwendungen aus Kanada für Niedersachsen haben wir bei der Fa. Hydrogenics in Toronto kennengelernt. Der Wasserstoffzug Alstom iLint, der zwischen Bremerhaven und Buxtehude verkehrt, ist mit einer Brennstoffzelle der besuchten Firma ausgestattet. Der Einsatz von Wasserstoff wird gerade sehr intensiv diskutiert. Überschüssiger „Windstrom“, der gerade in Norddeutschland zur Verfügung steht, kann über einen Elektrolyseur in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt und dann wieder über die Brennstoffzelle „zurückverstromt“ werden. Anwendungen wie Züge, Busse und Autos können somit CO2-frei angetrieben werden und somit gerade in Städten die Luftqualität verbessern sowie den Lärm reduzieren. 

Sowohl in der deutschen Botschaft als auch im Generalkonsulat haben wir über die wirtschaftliche Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland/Niedersachsen und Kanada gesprochen. 800 deutsche Unternehmen mit 55.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kanada tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung und gemeinsamen Wertschöpfung bei. Dieses erhält und schafft Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks. Der gute Ruf Kanadas in Deutschland wird diesen Weg weiterhin positiv begleiten.